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Pionierarbeit
(Achtung, Satire-Alarm!)
von Dennis Pauler
Der Amiga hatte ja schon seit jeher eine Vorreiterrolle und war seiner Zeit weit voraus - manchmal sogar zu weit, wie man es leider an den zu ihrer Zeit erfolglosen Modellen CDTV und Amiga Walker sehen musste. In vielen Bereichen dauerte es lange, bis andere Computer aufholen konnten, z.B. begannen sich am PC erst 1990 - fünf Jahre nach Erscheinen des A1000 - technische Möglichkeiten durchzusetzen, die ihn zu einer Konkurrenz für den Amiga machten (VGA+Soundblaster). Auch im Bereich der Betriebssysteme setzte er Maßstäbe, die auf PC-Seite bis heute nicht vollständig erreicht wurden (Multitasking gibt es zwar seit Windows 95, allerdings auf Kosten der Schlankheit).
Vorbildfunktion
Und auch seit dem Konkurs von Commodore im Jahr 1994 scheint unsere "Freundin" nach wie vor ein Vorbild für den PC-Markt zu sein: Neidisch blickte man von dort auf uns, wie immer weniger Spiele erschienen und die Hersteller auf andere Systeme abwanderten - so etwas kannte man als PC-User gar nicht. Auch die Einstellung von einem Magazin nach dem anderen konnte man sich kaum vorstellen. Doch jetzt hat es der PC endlich geschafft, uns auch in diesem Bereich einzuholen: Viele aktuelle Spiele (zumindest die am vielversprechendsten) werden zuerst für Konsolen, wie der X-Box oder der PS2 angekündigt und erscheinen am PC erst viele Monate später (wenn überhaupt). Allerorts formieren sich verunsicherte Spieler zu Aktionen á la "Rettet den PC!".
Rettet den PC!
Natürlich reagiert auch der
Zeitschriftenmarkt darauf: Ganz in der Tradition des Amiga-Joker
wurde Anfang des Jahres auch der PC-Joker eingestellt. Das
ehemalige Multiplattformmagazin PowerPlay hat mit der
Konzentration auf den stagnierenden PC-Markt (und damit der
Abkehr vom Amiga) seinen eigenen Untergang eingeläutet - schon
seit letztem Jahr existiert es nicht mehr. Und vor kurzem segnete
mit der PC-Player eine weitere bekannte Zeitschrift das Zeitliche.
Wie wird es weitergehen? Mutieren die verbleiben PC-Zeitschriften
auch zu rein Abo-basierten Heften oder zu Beilagen in Konsolen- (oder
Amiga- ?) Zeitschriften?
Das ganze macht das Leben für uns natürlich einfacher. Jetzt
braucht kein Amiganer mehr in PC-Foren sein Unwesen treiben, um
die PCler zu demoralisieren - das machen die schon ganz von
selbst. Und da sie immer mehr mit sich selbst beschäftigt sind,
sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns belästigen.
Sollten sich jedoch trotzdem mal welche zu uns verirren, dann
sollten wir auf jedem Fall all unser Einfühlungsvermögen und
unsere persönliche Erfahrung einsetzen, um die verstörten PC-User
in den Arm zu nehmen und zu trösten - denn im Gegensatz zu
denen, geht es bei uns ja nach langer Talfahrt endlich wieder
bergauf!