Der Amiga ist in vielen Bereichen des OS wie der Hardware nicht mehr am aktuellen Stand der Technik. Deshalb muß ein sauberer Schnitt her. Amiga Inc. will gleich ein komplett neues OS entwickeln, das mit dem aktuellen AmigaOS nicht mehr viel gemeinsam haben wird, und hat sich selbst mit der Auswahl des Kernel-Partners bisher reichlich Zeit gelassen. Zeit, die die Amiga-User und -Hersteller nicht mehr haben. Daher hat sich ein findiges Team von erfahrenen Amiga-Programmierern daran gemacht, ein natives PPC-AmigaOS zu entwickeln. Dabei handelt es sich nicht nur um leere Ankündigungen und Versprechungen, denn die Arbeiten sind seit Monaten in vollem Gange. Eine gesicherte Amiga-Zukunft ist zum Greifen nahe.
von Felix Schwarz
Das AmigaOS ist in vielerlei Hinsicht mit den
Custom-Chips und der 68K-Prozessorfamilie dicht verwoben. Das
AmigaOS besteht mehr oder weniger komplett aus Libraries und
einer Variation davon, den Devices. In den Libraries befinden
sich Funktionen, die von jedem Programm aufgerufen werden
können. Da die PowerPC-Unterstützung des AmigaOS 3.5 nach
aktuellen Plänen lediglich darin bestehen wird, daß das bereits
länger erhältliche WarpUP im Lieferumfang enthalten ist, wird
das eigentliche OS also weiterhin komplett auf dem 68K laufen und
somit nicht die volle PPC-Power ausschöpfen können. Auch eine
68K-Emulation ändert hieran nicht viel, denn das eigentliche OS
läuft im Emulator und bremst den Rechner (auch wenn die auf der
Computer98 zu sehende Emulation auf dem
Haage&Partner-Stand sehr beeindruckend war, denn sie lief
äußerst flüssig und war von einem echten 68K nicht zu
unterscheiden!). Die bisher notwendigen Kontext-Switches zwischen
68K und PPC werden durch die Emulation zwar enorm beschleunigt
(weil softwaremäßig emuliert) und eine Portierung von
Programmen auf den PPC wird somit erheblich vereinfacht, aber das
AmigaOS wird sich nie ganz entfalten können, denn der
Multitasking-Kern Exec und alle anderen Betriebssystem-Teile
verbleiben in der Emulation. Zudem müssen am Sourcecode
Änderungen vorgenommen werden, um eine Portierung auf den PPC
durchführen zu können. Die derzeitige Lösung, egal ob nun
ppc.library oder WarpUP, ist also sehr speziell und nur begrenzt
zukunftsfähig.
Totales Chaos
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Die Arbeiten an der Zukunft haben begonnen
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