Mustek ScanExpress 6000 SP
im Bundle mit ScanQuix 4

Seit einigen Monaten bietet die Firma RBM Digitaltechnik aus Eschwege ein preislich durchaus attraktives Bundle eines Scanners mit ihrer Scanner-Software ScanQuix 4 an. Was sich letztlich in der Packung befindet und was der Inhalt hergibt, lesen Sie auf den nächsten Seiten.

von Felix Schwarz

ScanQuix 4In der Verpackung des Scanners ist der Scanner selbst, Macintosh- und PC-Software, ein SCSI-Controller für den PC, ScanQuix 4 mit Handbuch, ein SCSI-Kabel und ein passiver Terminator enthalten. Zu allererst muß der Scanner ausgepackt und aufgestellt werden. Dabei fällt auf, daß der ScanExpress 6000 SP ein erstaunliches Leichtgewicht ist, wenn man ihn mit seinen Vorgängern der Paragon-Reihe vergleicht. Beim Anschließen des Scanners an das mitgelieferte Netzteil fällt auch schnell ein Manko ins Auge: Der Scanner verfügt über keinerlei An- und Ausschalter. Soll der Scanner also ausgeschaltet werden, muß das Netzteil ausgesteckt werden. Dies ist vor allem dann störend, wenn der Scanner nicht allzu häufig benutzt wird. Der Anschluß an den Amiga ist allerdings recht einfach: Der Terminator wird zwischen Kabel und Scanner geklemmt und das Kabel dann an einen 25poligen SCSI-Stecker angeschlossen, wie er sich etwa auf dem SCSI-Controller „Oktagon 2008“ findet. Um den Scanner am Amiga betreiben zu können, ist die Software ScanQuix 4 im Lieferumfang enthalten. Das knapp 70 seitige Handbuch führt den User vom Anschluß des Scanners und der korrekten Terminierung der SCSI-Geräte über die Installation und Konfiguration der Software bis hin zu fortgeschrittenen Themen wie nachträgliche Korrektur der Scanergebnisse.

Die Installation

Scanner-PrefsDie Installation von ScanQuix gestaltet sich relativ einfach via „Commodore“-Installer. Dabei können entsprechende Lademodule für Photogenics, ImageFX, AdPro, XiPaint, PageStream 3, DeluxePaint V und Personal Paint gleich mitinstalliert werden, die dann direktes Scannen aus diesen Applikationen erlauben. Nun muß ScanQuix noch konfiguriert werden. Dazu dient das Programm „ScannerPrefs“, das mehrere Scanner verwaltet und auch den „bevorzugten“ Scanner auswählen läßt. Die Auswahl des Devices und der Deviceunit könnte jedoch komfortabler sein, denn hier gibt es nur die Möglichkeit, ein Device aus einer Liste auszuwählen und man muß die Unit des Scanner per Hand angeben. Für Neulinge ist dies eine erste zu nehmende Hürde, die aber mit Public-Domain-Programmen wie etwa SCSIList leicht zu nehmen ist. Nachdem die Konfiguration abgeschlossen ist, kann ScanQuix nun aus allen Anwendungen, die ScanQuix direkt unterstützen, gescannt werden. Dazu zählen, neben weiter oben bereits erwähnten Anwendungen, auch ArtEffect, Ultraconv NG, FantasticDreams und CandyFactory Pro. Sie können also den Scanner aus nahezu jeder gängigen Grafik-Applikation heraus nutzen. Möglich wird diese Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten durch ein universell ansprechbares „scanner.device“, das ScanQuix seit der Version 3 ausmacht, mit dem es auch möglich ist, asynchron zum Ablauf eines Programmes Scans durchzuführen. Für Interessierte ist auf der RBM-Website ein Archiv mit Entwicklerinformationen downloadbar.

Technische Eckdaten
des Mustek ScanExpress 6000 SP

- Anschluß für SCSI-2 25polig
- 300x600 dpi (interpoliert bis maximal 20.000 dpi)

In der Praxis

Ungeachtet der bereits breiten Unterstützung des „scanner.device“ ist auch ein Scanprogramm im ScanQuix-Paket enthalten, mit dem mehrere Bilder gescannt werden können, wobei zuerst eine Vorschau gescannt werden und der zu scannende Bereich dann komfortabel mit der Maus eingegrenzt werden kann. Die Vorschau läßt sich vergrößern und zoomen und durch wiederholtes, mit dem ScanExpress sehr schnell von statten gehendes Previewscannen in der Auflösung immer weiter verfeinern. Zudem verfügt man über die Möglichkeit in Echtzeit Gamma-, Kontrast- und Helligkeits-Korrekturen vorzunehmen. Die Auflösung kann entweder per Schieberegler oder per Hand eingetragen werden und auch die Art des Scanns, also ob in Farbe, Graustufen oder Schwarzweiß gescannt werden soll, ist einstellbar. Der Verbrauch an Hauptspeicher wird dabei immer in einem separaten Feld der Oberfläche angezeigt. Schließlich geht es dann ans Scannen, wobei zwar konzeptionell von ScanQuix aus die Möglichkeit besteht, den Scan jederzeit abzubrechen, aber in der Praxis scannt es durch, bis der komplette Scan übertragen worden ist. Ein Abbrechen während dem Scan ist also, zumindest beim ScanExpress 6000 SP, nicht möglich. Im konkreten Fall kann das so aussehen, daß der Scanner minutenlang scannt, und der User auf das Ergebnis warten muß. Ist ein Bild dann fertig gescannt, taucht es in einer Liste von Bildern wieder auf. Die Bilder können nun ausgewählt, weiter manipuliert und dargestellt werden (auch auf einem eigenen Screen). Bei der Darstellung wird auch das Grafikkartentreibersystem CyberGraphX unterstützt, so daß eine Darstellung in Truecolor möglich ist. Die Möglichkeit, das Bild zu zoomen und dadurch in der Darstellungsgröße zu vergrößern oder zu verkleinern sucht man allerdings vergebens. Vor allem Benutzer, die noch keine Grafikkarte haben, dürften dieses Feature schmerzlich vermissen. Aus dem Scannprogramm kann auch direkt gedruckt werden.

Tools en masse!

Soll eine Seite, ähnlich wie bei einem Kopierer, aber nur kopiert werden, so kann auch auf das ebenfalls im Lieferumfang enthaltene PhotoCopyPro zurückgegriffen werden. In diesem kleinen Tool kann die Auflösung, die Größe sowie die Qualität der Kopie eingestellt werden und mit einem Klick auf „Kopieren“ wird der Vorgang gestartet. Ein kleiner Wermutstropfen des sonst sehr nützlichen Tools sind die teilweise auftretenden, schwarzen Ränder bei minimal kleineren Vorlagen als angegeben. Hier könnte man noch eine Option zum automatischen Entfernen des Randes hinzufügen. Da das Arbeiten mit großen Grafiken viel Speicher benötigt, ist es nur ein logischer Schluß, das auch gut ausgestattete Amigas beim Scannen großer Grafiken schnell an ihre Grenzen stoßen. Dies kann mit dem ebenfalls im ScanQuix-Paket enthaltenen Tool „ScanToDisk“ umgangen werden, jedoch kann die Grafik hier nicht eingegrenzt werden. Ein echtes Schmankerl hingegen stellt Calibratix dar, das Drucker und Scanner aufeinander abstimmt und für optimale Ergebnisse sorgt. Hierzu werden erst verschiedene Vorlagen für Graustufen und Farbscanns ausgedruckt, anschließend eingescannt, ausgewertet und schließlich als sogenanntes „Profil“ gespeichert. Diese Profile können später zur Farbkorrektur der Bilder benutzt werden. Die im Test erzielten Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen.

Fazit:

ScanQuix 4 ist ein ausgereiftes Programmpaket zum Scannen auf dem Amiga, in das die Erfahrungswerte mehrerer Jahre eingeflossen sind und das sich durchaus sehen lassen kann. Das Scans nicht abgebrochen werden können ist hingegen etwas ärgerlich. Sollte hieran noch gearbeitet werden, kann man ScanQuix 4 nahezu uneingeschränkt empfehlen, denn durch das offene Konzept und die Realisierung in Form eines Devices ermöglichen es dem User, heute aus nahezu jeder Applikation heraus zu scannen. Einzig und allein eine PPC-Version, die die Bildkorrekturen enorm beschleunigen könnte, fehlt noch.

Einen „Mac Text“ bitte!

Nachdem nun die „Amiga-Seite“ des Pakets beleuchtet wurde, wollen wir uns noch kurz der mitgelieferten Software für den Macintosh zuwenden. Hier liegt nämlich nicht nur ein Scannertreiber bei, sondern auch eine komplette und durchaus ausgereifte Texterkennung namens Textbridge. Voraussetzung für eine erfolgreiche Nutzung dieser Software ist ein erfolgreich installierter Macintosh-Emulator (wir benutzten den äußerst stabilen Macintosh-Emulator ShapeShifter, der mittlerweile als Freeware (!) kostenlos erhältlich ist) mit MacOS 7.x (im Test 7.61) und „durchgeschleiftem“ CD-ROM-Laufwerk. Zudem muß das SCSI-Device und dessen Unit dem Emulator zugänglich sein. Nachdem die dem Scanner beiliegende CD auf dem Mac erkannt wurde und die Software installiert ist, muß noch der Treiber installiert und im „Chooser“ des Macintosh aktiviert werden. Danach steht TextBridge zur Verfügung und scannt Vorlagen ein. Nun kann der Text mit mehreren verknüpften Textboxen eingegrenzt und gescannt werden. Die Texterkennung arbeitet bei Gedrucktem äußerst zuverlässig und erkennt und speichert später sogar Textattribute wie „Kursiv“, „Fett“, „Unterstrichen“ und die Schriftgröße ab. Als Speicherformat steht u.a. auch das RTF-Format zur Verfügung, das auf dem Amiga von nahezu jeder gängigen Textverarbeitung (AmigaWriter, Wordworth, FinalWriter, etc.) erkannt und gelesen wird. Wenn der im Lieferumfang des ShapeShifters enthaltene Mac-Handler Verwendung findet, ist es sogar möglich, direkt auf die virtuelle Macintosh-Platte zuzugreifen und die Datei in eine Amiga-Textverarbeitung zu laden.

Fazit:

Sowohl Scanner als auch mitgelieferte Software können überzeugen und sind für diesen Preis wohl nicht so schnell zu überbieten. Auch die im Lieferumfang enthaltene Macintosh-Texterkennung wertet das ohnehin schon attraktive Angebot weiter auf. Der mitgelieferte ISA-SCSI-Controller erlaubt zudem den gleichzeitigen Betrieb an Amiga und PC.

Zu haben bei:
RBM Digitaltechnik
Bernd Rudolf
Goldbachstraße 49
D-37269 Eschwege
Telefon 05651/8097-0
Telefax 05651/8097-11
WWW:
http://www.rbm.de/

Preis:
ScanQuix V4: 159 DM; ScanExpress 6000 SP mit ScanQuix V4: 349 DM

 

Unterstützte Scanner in ScanQuix V4

ScanQuix V4 unterstützt folgende Scanner. Beim Kauf von ScanQuix ist darauf zu achten, daß die richtige Version bestellt wird, da für jeden Hersteller eine spezielle Version verkauft wird.
Epson GT-4000, GT-5000, GT-6000, GT-6500, GT-7000, GT-8000, GT-8500, GT-9000, GT-9500
Hewlett Packard ScanJet 2c, 2cx, 3c, 4c, 4p, 5p, 6100C
Mustek Paragon 600, 600 SP, 600 II SP, 800 SP, 800 II SP, 1200, 1200 SP, ScanExpress 6000 SP
Artec ViewStation A6000C (3-Pass), A6000C Plus (Single Pass), AT-3, AT-6, AT-12, AM-12 S
UMAX Astra 610 S, 1200 S, 1220 S
Canon CanoScan 2700 F (Filmscanner)

 

SCANQUIX

MINUS
- keine PPC-Unterstützung
- Übertragung nicht immer abbrechbar
- gehobener Preis
- keine Zoomfunktion für das final gescannte Bild

- viele unterstützte Scanner
- umfangreiche Bildbearbeitungsmöglichkeiten
- offenes Konzept
- Unterstützung durch viele Grafikprogramme
- Calibratix für optimale Druckergebnisse
- innovative und nützliche Tools
- äußerst stabil
PLUS

82 %

SCANNER-BUNDLE

MINUS
- teilweise lange Scanzeiten
- kein An-/Aus-Schalter

 

- umfangreicher Lieferumfang
- Scanner wird mit Zusatzkabel und Terminator geliefert
- ScanQuix für Amiga und Texterkennung für Mac (- Emulator) im Lieferumfang
- niedriger Preis
- niedriger Geräuschpegel
PLUS

89 %

 

 

68k

6 MB
Fast RAM

 Grafikkarte

AGA

     

 


zurück zur Artikelübersicht