Da vom Amiga-Hersteller keine neuen Modelle kamen, haben bereits eine Menge Anbieter eigene Komplettsysteme im Angebot - Amigas im Tower, mit eingebautem CD-ROM, Turbokarte und vielem mehr. Ein weiterer Komplett-Amiga ist jetzt zu haben - wir schauten ihn uns für Sie genauer an.
von Falk Lüke
Aus Frechen bei Köln kommt diese - den
altbekannten Standard-1200er auf ein minimales Maß der Nutzung
einschränkende Verbindungskomponente - Komplettlösung, die es
in sich hat: Der Exorzist. Der (laut Hersteller nicht
unumstrittene, doch als netter Gag anzusehende) Name,
eingedeutscht etwa Dämonen- oder Geisterbeschwörer, ist in
gewisser Weise Programm - doch welche Geister man genau bannen
will, war noch nicht zu ermitteln. Doch es gäbe ja einige, von
gegnerischen Computer-Systemen wie PC oder Mac über
die unsäglich chaotische Art derzeitiger Amiga-Systeme (jede 3.
derzeit erscheinende Hardware kommt auf den Uhrenport, und dies,
obwohl im Normalfall nur ein solcher vorhanden ist) bis hin zu
den hohen Preisen für HighEnd-Systeme und dem manchmal fehlenden
Service.
Manch Leser
wird sich fragen, ob ein neuer Amiga, der kein wirklich neuer
Amiga ist, denn wirklich etwas bieten kann? Er kann, doch das
wollen wir nun etwas genauer beleuchten, zu diesem Zwecke nun
ersteinmal die technischen Komponenten: Ein A1200-Board im
bekannten Winner-Tower (auch als E\BOX bekannt), ausgestattet mit
einer BlizzardPPC mit 160 MHz 603 und 040/25 MHz und der
bekannten BVisionPPC-Grafikkarte, mit Tastaturadapter und
A4000-Tastatur, Winner High-Speed IDE-Controller und 8 Gigabyte
HD.
Die Hardwarekomponenten sind also alle eingebaut, was der eine
oder andere durch Selbsteinbau-Torturen geplagte Anwender mit
Sicherheit zu schätzen weiß. Doch das besondere ist, daß auch
das Betriebssystem bereits komplett installiert ist - kein Ärger
mehr mit der Installation von diversen Libraries und
Grafik-Treibern. Dazu kommt auch noch ein komplett fertig
installierter Macintosh-Emulator.
Das ganze kostet dann allerdings knapp unter 2300 DM, aber wer
schon einen A1200 sein eigen nennt spart weitere 440,- DM, ohne
Festplatte sind es noch einmal 370 DM weniger (ohne A1200 und HD
unter 1500 DM). Das System, das man dann sein eigen nennt, lehrt
einigen Wintel-Systemen das Fürchten, von einem Standard-1200er
ganz zu schweigen. Wer lieber eine Prelude1200-Soundkarte oder
einen langsameren IDE-Controller sein eigen nennen möchte, kann
auch diese bekommen.
Eine der
interessantesten Seiten des Exorzist-Systems ist,
daß es auch ganz ohne eine Zorro-Platine so ziemlich jeden
Geschwindigkeits- und Erweiterungsansprüchen gewachsen ist. Wer
jedoch krampfhaft die allerhöchste Spitze des Systemberges
erklimmen will, kann gegen Aufpreis auch ein Zorro-III-Board
(MicroniK), dort dann eine 604er-PPC-Karte des A3/4000 einbauen -
oder auch einbauen lassen - und wird damit immer noch ein gutes
Stück unter dem Preis eines entsprechenden A4000-Systems landen.
Ebenfalls gegen Aufpreis sind höher getaktete A1200e-PPC-Karten
erhältlich, selbst eine Lösung, die den IDE-Anschluß außen
vor läßt und auf das bekanntermaßen schnellere SCSI
ausgerichtet ist, wird gegen (mehr) Bares gerne geliefert.
Der Exorzist kann allen Standard-A1200-Besitzern als
einfache, leistungsfähige Aufrüstungsmöglichkeit und allen
anderen als hervorragendes Komplettsystem empfohlen werden -
solange man bereit ist, den entsprechenden Preis zu zahlen.
Dafür handelt es sich bei jedem Gerät aber auch quasi um eine
Einzelanfertigung.
Info:
Eternity Hard- & Software
Rosmarstraße 37
50226 Frechen
Tel: 02234-272300
Fax: 02234-271472
E-Mail: eternity@pride.de
Web: http://eternity.amiga-software.com
Alternativen: Komplett-Tower von z.B. KDH oder Mikronik usw.