
Workshop: CD's brennen mit dem Amiga
Teil 2: brennen ist
Silber, lesen ist gold
In unserem ersten Teil sind wir bereits über einige themenübliche Fachbegriffe gestolpert. Solchen Begriffen werden wir natürlich immer wieder begegnen. Gut, daß wir uns vorgenommen haben, alles ganz genau zu erklären. Also weiter geht es mit unserem kleinen Vorabstudium, welcher CD-Brenner und welche weitere Hard- und Software für uns am geeignesten ist.
von Cord Hagen
Nachdem wir bereits im ersten Teil unseres Workshops auf die Problematik der CD-ReWriter zu sprechen kamen, führen wir uns kurz noch einmal die Vor- und Nachteile von CD-Writern und CD-ReWritern vor Augen.
Der CD-ReWriter
CD-RW-Recorder
haben einige Vorteile, so können sie z.B. ganz normale
handelsübliche CD-Rohlinge ebenso beschrieben wie die speziellen
mehrmals beschreibbaren CD-RW. Dafür sind diese CD-RW-Medien
aber auch etwa fünf mal teurer als die einmal beschreibbaren
CD-R. Die ReWriter selbst sind ebenfalls meistens teurer als die
einfachen CD-Brenner. Um den preislichen Unterschied kaum
erkennbar zu gestalten, bedienen sich die Hersteller der
Geschwindigkeit. In der Regel kosten CD-ReWriter, die ihre Medien
mit zweifacher Geschwindigkeit (wieder-)beschreiben können
genauso viel wie ein einfacher CD-Brenner, der seine Medien zwar
nur ein einziges mal, dafür dann aber mit vierfacher
Geschwindigkeit beschreibt. Ein weiterer Nachteil der mehrmals
beschreibbaren CD-RW ist, daß sie auf üblichen CD-ROM-
Laufwerken und Hifi-CD-Playern manchmal unbrauchbar sind. Das
gilt für ältere und preisgünstige Modelle, tragbare CD-Player
und bei den CD-Playern im Auto. Sie sind insgesamt etwas
unzuverlässiger und es gibt dadurch mehr
verschossene CD-Rohlinge. Verschossene,
sprich fehlerhaft beschriebene Medien kann man dann bei den
CD-RWs zwar löschen und erneut beschreiben, aber das passiert
laut Murphy immer dann, wenn es gerade am eiligsten gewesen
wäre.
Der CD-Writer
Das man
mit einem CD-Writer eine CD nur einmal beschreiben kann, bedeutet
natürlich nicht, daß man diese CD auch in einem Rutsch
beschreiben muß. Angenommen, Sie haben eine
Festplattenpartition, die beispielsweise nur 80 MByte groß ist
und sie wollen davon regelmäßig ein Backup anfertigen.
Selbstverständlich brauchen Sie dafür nicht eine CD-R nach 80
MByte zu fixieren und dadurch die restlichen 570 MByte zu
verschenken. Bei vielen Brennern können Sie die CD-R völlig
unfixiert im CD-Writer lassen und lesen. Möchte man die CD-R auf
seinem CD-ROM-Laufwerk ebenfalls lesen können, genügt es, bei
dieser CD-R eine einzelne Session zu fixieren. Der restliche
Platz auf der CD-R ist dadurch später weiterhin nutzbar. Danach
können weitere Sessions gebrannt werden, bis die CD-R voll ist
und endgültig komplett fixiert werden kann.Bei Multisession-CDs
wird allerdings sehr viel Platz für die Inhaltsverzeichnisse der
CD-R vergeben, so daß mit einer Session über 20 MByte nur
deswegen gebraucht werden, um die CD-R per Multisession weiter
nutzen zu können. CD-Rs in Multisession- und
Multivolume-Formaten zu verwenden, das werden wir uns später
noch wesentlich detailierter ansehen, wenn wir auf die
verschiedenen Amiga-Brennprogramme eingehen. Hier gibt es auch
noch viele interessante Mischungen und Möglichkeiten, Daten und
Audio-Spuren auf einer CD-R zusammenzubringen.Soviel zu den
Punkten, die man bei einer Entscheidung einmal brennen oder
wiederbeschreiben zu bedenken hat. Beim Anschluß des
Brenners ist eine vor allem die Kosten beeinflussende
Entscheidung zu treffen:
AT-Controller oder SCSI-Hostadapter?
Hätte
man eigentlich sowohl einen freien Platz für ein AT (Atapi, oder
auch EIDE) - Gerät, als auch noch an einer SCSI-Kette, so darf
man erneut grübeln, denn die wesentlich niedrigeren Preise der
neueren AT-CD-Writer machen den Kauf schmackhaft. Doch wo ein
erheblich niedrigerer Preis ist, ist doch bestimmt auch ein
Haken, oder? Die Antwort kann man wohl nur mit Ja UND
Nein beantworten. Es gibt zwischen den preiswerten
CD-Recordern mit der AT-Schnittstelle regelrechte schwarze
Schafe, aber ebenso zuverlässige Controller wie im SCSI-Bereich.
Zugegeben, ein bißchen Glück gehört zu der Sache dazu und es
spielen viele andere Einflüsse beim Schreiben von CD-Rohlingen
eine große Rolle. Tatsache ist aber, daß man die
Zuverlässigkeit direkt SEHEN kann! Man vergleicht die gebrannte
CD, also die fertige Kopie, mit der Quell-, sprich der
Original-CD. Hier verhält es sich NICHT so wie bei den bisher
bekannten Datenträgern, die Datenspur ist bei kopierten CDs
deutlich sichtbar und die Auslastung der Fehlerkorrektur
gängiger CD-Player ist ebenso meßbar. Eine Kopie unterscheidet
sich IMMER deutlich vom Original. Wie stark diese Unterschiede
sind, bestimmt auch, wie zuverlässig die verschiedensten
CD-Laufwerke später die Daten auf der CD entziffern
können.Besonders stark macht sich das auf dem PC-Markt
bemerkbar, da hier auf vielen CDs sehr datenintensive Filme
abgespielt werden. Ein CD-Laufwerk ist mit einer Fehlerkorrektur
versehen, die den Lesekopf des CD-Laufwerkes veranlaßt, eine
fehlerhaft gelesene Stelle auf der CD so oft einzulesen, bis
dieses Datenstück fehlerfrei übertragen ist, oder die
künstliche Logik des Laufwerkes sagt es hat keinen Sinn
mehr mit dieser CD. Die Qualität der Kopie kann sogar so
schwach sein, daß die Fehlerkorrektur den Lesekopf mehr auf
immer derselben Stelle hin und her bewegt, als das sich das
CD-Laufwerk mit der Übertragung der Daten beschäftigen kann.
Die Folge bei den riesigen Filmsequenzen ist dann, daß der Film
arg ins stottern gerät. Eine Fehlermeldung beendet den Filmspaß
bei zu undeutlicher Datenstruktur dann irgendwann
endgültig.Zurück zu unserer Anschluß-Wahl: Prinzipiell ist es
allgemeine Meinung, daß die CD-Brenner sehr viel sicherer über
die SCSI-Schnittstelle arbeiten. Das wäre auch durchaus
erklärbar, denn bei SCSI-Geräten befindet sich der eigentliche
Controller des jeweiligen SCSI-Gerätes direkt auf seiner eigenen
Platine. Die SCSI-Schnittstelle SCSI-Hostadapter hat
jedoch keine kontrollierende Funktion, sie leitet lediglich die
SCSI-Befehle an das jeweilige Gerät in der SCSI-Kette weiter und
erst dort wird der Befehl dem eigentlichen Controller direkt auf
der SCSI-Hardware mitgeteilt und verarbeitet. Dadurch wird der
Computer erheblich entlastet, wodurch SCSI generell etwas
sicherer ist. Außerdem wird ein Geschwindigkeitsvorteil
erreicht. Bei IDE-, oder auch AT(api)-Controllern muß ein
Laufwerk, gleich ob nun ein CD-Laufwerk oder eine Festplatte, von
eben diesem externen Controller angesteuert werden. Mit anderen
Worten, unser Amiga muß sozusagen manuell über seine
IDE-Schnittstelle dem Schreib/Lesekopf einer AT- Festplatte genau
befehlen, an welche Position er zu schweben hat, um den
Datentransfer einleiten zu können. Hierzu muß der Prozessor des
Amigas eine ganze Menge Informationen mit der AT-Festplatte
austauschen. Fälschlicherweise wird die Anschlußschnittstelle,
die den Computer und die SCSI-Geräte verbindet gerne
SCSI-Controller genannt, dieser Begriff ist schlicht und
ergreifend falsch. Der SCSI-CONTROLLER befindet sich in der
Elektronik jedes angeschlossenen, einzelnen SCSI-Gerätes. Jede
SCSI-Festplatte, jedes SCSI-CD-ROM-Laufwerk hat einen eigenen
internen Controller. Deswegen sind die SCSI-Geräte ja auch etwas
teurer in der Anschaffung gegenüber ihrer AT-Konkurrenz! Die
Schnittstelle zum Computer bezeichnet man somit als
SCSI-HOSTADAPTER, der keine kontrollierenden Funktionen
übernimmt! Er verbindet nur den SCSI-Bus mit dem
Rechnersystem.Nun sollte man dieses alles in der Praxis nicht
überbewerten und vor allem die neuen AT-CD-Brenner nicht mehr
unterschätzen, denn auch SCSI-Brenner, die sich z.B. nicht genau
an die Befehlsstandards halten, können Probleme machen. Die
AT-CD-Writer werden außerdem ständig verbessert und
modernisiert, denn die wenigsten Computer sind mit einem
SCSI-Hostadapter serienmäßig ausgestattet (was schade
ist).Grundsätzlich könnte man sich überlegen, daß wenn
sowieso schon ein SCSI-Hostadapter im Amiga seine Arbeit
verrichtet, lieber einen SCSI-CD-Brenner zu nehmen. Kommt aber
zum betreiben eines solchen Brenners auch noch die Anschaffung
eines SCSI-Adapters hinzu und wäre eigentlich noch ein
Plätzchen am AT-Controller frei, könnte der Griff zu einem
guten und bewährtem Atapi-CD-Brenner günstiger sein.
Von Jittern und BLERs ....
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